Sankt Gallen

St. Gallen: von der Einsiedelei zum Textilgewerbe-Zentrum

St. Gallen ist der Hauptort des gleichnamigen Kantons in der Ostschweiz. Die zirka 75.000 Einwohner zählende Stadt liegt an der Steinach, einem der Zuflüsse in den Bodensee.

Ihre Bezeichnung "Stadt der tausend Treppen" erhielt sie wegen ihrer besonderen Lage zwischen den beiden Hügelketten Freudenberg und Rosenberg, die man über Treppen erklimmen kann.

Geschichte St. Gallens

Auf dem Gebiet der heutigen Stadt befand sich eine kleine Einsiedelei, die der Legende nach im Jahr 612 von dem irischen Wandermönch Gallus errichtet wurde. Er bekehrte die dort lebenden Alemannen zum christlichen Glauben und legte den Grundstein für die um 720 erbaute Abtei.

Im Jahr 1180 wurde die "Stadt im Grünen Ring", wie man sie heute liebevoll nennt, zur Reichsstadt. Ihre Einwohner erhielten 1291 sogar das Bürgerrecht. 1319 schlossen sich die St. Galler mit den Einwohnern einiger anderer Bodensee-Städte zum Bodensee-Bund zusammen.

Da sie sich für die Ziele der Reformationsbewegung begeisterte, kam es zu einer erbitterten Auseinandersetzung mit dem Fürstabt, der im Besitz des gesamten St. Galler Umlandes war.

Im 15. Jahrhundert erlangte die Stadt St. Gallen durch den Aufschwung der Textilindustrie beachtlichen Wohlstand.

Geschichte, Kunst und Kultur in St. Gallen

St. Gallen gilt als wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der Ostschweiz. In seiner historischen Altstadt befindet sich die barocke Stiftskirche aus dem 18. Jahrhundert mit ihrer weltberühmten Bibliothek.

Der gesamte Stiftsbezirk ist seit 1983 Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Die älteste Schweizer Bibliothek präsentiert unzählige Handschriften aus dem Frühmittelalter und mehrere hunderttausend historische Bücher.

Die Kathedrale St. Gallen ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt am Bodensee.

Wer durch die Altstadt bummelt, sollte sich unbedingt einige der insgesamt 111 wunderschön verzierten Pracht-Erker genauer anschauen: Manche Häuser haben aus Holz geschnitzte, bemalte und mehrstöckige Erker, die von reichen Textilfabrikanten des 18. und 19. Jahrhunderts erbaut wurden.

Sie erinnern daran, dass St. Gallen einst ein bedeutendes Zentrum des Textilgewerbes war.

Im Osten der Innenstadt schlägt das kulturelle Herz von St. Gallen. In der Nähe des Stadtparks befinden sich das Theater St. Gallen, die Tonhalle und drei Museen, die man unbedingt besuchen sollte, wenn man sich für die Geschichte der Stadt, für Kunst und Naturwissenschaften interessiert. Das städtische Theater ist zugleich Opernhaus.

Das Textilmuseum ist natürlich ebenfalls einen Besuch wert. Es erzählt die Geschichte des Stickerei-Gewerbes und zeigt historische Spitzen, hübsche Stickereien und edle Stoffe.

Freunde moderner Musik kommen bei Konzerten im Palace und der benachbarten Grabenhalle auf ihre Kosten. Regelmäßig einmal pro Jahr stattfindende Veranstaltungen sind das St. Galler Fest, das Gassenfest und das New Orleans Jazz Festival.

St. Gallen für Aktiv-Urlauber

Reisende, die gern wandern und beeindruckende Aussichten lieben, sollten unbedingt zum Freudenberg hinaufsteigen. Von seiner Spitze aus kann man bei klarem Wetter den Kanton Thurgau, einen Teil des Bodensees und Süddeutschland erkennen.

Wer einen Ausflug zum Freudenberg machen möchte, steigt südlich des Klosterbezirks in die 1893 gebaute Mühleggbahn. Sie durchquert auf ihrer Fahrt ins beliebte St. Galler Naherholungsgebiet die beeindruckende Mühlenenschlucht.

Das Naherholungsgebiet "Drei Weieren" bietet mit seinen Wanderwegen und Mountainbike-Trails Gelegenheit, aktiv Sport zu treiben und sich in der unberührten Natur zu erholen.

Im Sommer laden die drei Weiher zu einem erfrischend kühlen Bad ein. Sogar ihre Badehäuser sind sehenswert: Sie stammen aus der Zeit des Jugendstils. Die drei künstlichen Seen sind im Winter ein beliebter Treffpunkt für Schlittschuhläufer.

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